Interview zu „Corona und vhs“
– die vhs-Leiterin Christa Steinhart gibt Antworten

Newsletter-Redaktion:
Frau Steinhart, wie wirkt sich die aktuelle Corona-Lage auf die vhs Augsburger Land aus?

Christa Steinhart:
Der Präsenzbetrieb war seit März letzten Jahres monatelang nicht möglich. In den kurzen Zeitspannen, in denen der Unterricht vor Ort durchgeführt werden durfte, haben strenge Hygiene- und Abstandsregelnd das Kursgeschehen geprägt. Aufgrund der behördlichen Auflagen mussten wir die Teilnehmerzahlen in den Präsenzkursen stark reduzieren. Dazu kam, dass wir erstmals kein Programmheft zum Start des Semesters (im Herbst) hatten und nun für das Frühjahrs- und Sommersemester 2021 ein fertiges Programm haben, aber nicht starten dürfen – all dies hat es in der Geschichte der vhs Augsburger Land noch nie gegeben.

Red.:
Bevor wir zur Frage kommen, was die Corona-Lage für die vhs Augsburger Land finanziell bedeutet: Wie genau finanziert sich die vhs eigentlich ganz allgemein?

CS:
Die vhs finanziert sich aus Teilnehmergebühren, dem Staatszuschuss vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, dem kommunalen Zuschuss (in unserem Fall vor allem vom Landkreis Augsburg) und den sogenannten "Drittmitteln", also Projektfördermitteln von öffentlichen Stellen sowie den BAMF-Mitteln*. Dabei machen die Teilnehmergebühren rund die Hälfte der uns zur Verfügung stehenden Mittel aus und der kommunale Zuschuss vom Landkreis liegt bei ca. 35 %, was tatsächlich sehr viel ist. Die restlichen Anteile sind die Zuschüsse vom Kultusministerium und Gelder aus den Drittmitteln.

Red.:
Und wie sieht es jetzt zurzeit finanziell aus – bald ein Jahr nach Beginn der Corona-Krise?

CS:
Die vhs Augsburger Land ist dank der großen Unterstützung des Landkreises und des hohen kommunalen Zuschusses aktuell finanziell noch nicht existentiell bedroht – anders als viele Volkshochschulen in Bayern und auch in Schwaben.
Dennoch spürt auch die vhs Augsburger Land finanzielle Auswirkungen der Krise und muss darauf reagieren. Da wir uns zu einem Großteil aus den Teilnehmergebühren finanzieren, müssen nun, aufgrund der anhaltenden Pandemie mit den strengen Hygienevorgaben, die Kursgebühren an die verkleinerten Teilnehmergruppen in den Kursen angepasst werden. Das bedeutet konkret, dass die Kurse, die vorher z. B. eine minimale Teilnehmerzahl von acht oder zehn Personen hatten, nun schon mit fünf oder sechs Teilnehmenden stattfinden können, die Gebühr aber entsprechend auf die kleinere Teilnehmerzahl umgerechnet ist. Dies betrifft alle Programmbereiche: Gesundheit und Sprachen ebenso wie den gesellschaftlichen und künstlerischen Bereich oder Beruf und EDV.

Red.:
Und wie sieht es mit Rettungshilfen für die vhs Augsburger Land – und auch deren Kursleitungen – aus?

CS:
In 2020 gab es den "Rettungsschirm Erwachsenenbildung" des Bayerischen Kultusministeriums, der sowohl über die Einrichtungen, als auch die Kursleitenden aufgespannt wurde. Darüber hinaus stehen den Volkshochschulen sowie den Kursleitenden die verschiedenen Unterstützungsleistungen von Bund und Ländern zu, wobei nicht jeder für alles antragsberechtigt ist. Die vhs Augsburger Land hat über den "Rettungsschirm Erwachsenenbildung" Unterstützungsleistungen erhalten, ebenso antragsberechtigte Kursleitungen.

Red.:

Wir danken Ihnen für das Interview!


*) BAMF = Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Anm. d. Redaktion

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